Sachsen-Anhalt-Tag 2011 in Gardelegen

Vier gemischte Chöre aus der Hansestadt, darunter der Gemeindechor der neuapostolischen Kirche, gestalteten zum 15. Sachsen-Anhalt-Tag ein gemeinsames Konzert in der katholischen Kirche.

Der Gedanke lag schon länger im Herzen von Bernd Werner, dem Leiter des Postchores Gardelegen: Ein gemeinsames Konzert mit allen Chören unserer Stadt. Und nun sollte er Wirklichkeit werden. Der 15. Sachsen-Anhalt-Tag 2011 in Gardelegen bot hierfür eine gute Gelegenheit.

Die Leiter der Chöre aus Gardelegen und Umgebung wurden eingeladen. Doch es war gar nicht so einfach, die verschiedenen Chöre unter einen Hut zu bekommen. Nach einigen Hürden stand fest: Der Postchor, der Chor des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, der evangelische Kirchenchor und der neuapostolische Kirchenchor gestalten ein gemeinsames Konzert. Ein Programm wurde zusammengestellt, wozu jeder Chorleiter aus seinem Liederschatz einige Vorschläge mitbrachte.

Eine passende Räumlichkeit musste nun gefunden werden. Freudig bot der katholische Pfarrer Andreas Lorenz seine Kirche für das Konzert an.

Vorbereitend probten die Chöre zunächst unter sich. Zwei gemeinsame Chorproben fanden in der neuapostolischen Kirche und dem Geschwister-Scholl-Gymnasium statt. Jedes Mal steigerte sich die Freude bei den Teilnehmern. Es war eine schöne, herzliche Athmosphäre spürbar.

Nun war es soweit. Eine Viertelstunde vor Beginn des Konzertes gab es in der Kirche nur noch Stehplätze. Als die 120 Sängerinnen und Sänger den Altarraum füllten, drohte die Kirche „aus den Nähten zu platzen“. Pfarrer Andreas Lorenz eröffnete die Feststunde. Dabei berichtete er vom Kirchentag in Dresden. Dort hatte am Eingang der Frauenkirche ein Schild gestanden mit den Worten: „Kirche ist überfüllt“. Ach ja, habe er gedacht, das müsste in Gardelegen auch mal so sein! Ein hörbares Schmunzeln zog durch die Reihen. Mit herzlichen Worten übergab er an die Dirigenten, denn jeder Chorleiter dirigierte seine vorgeschlagenen Lieder selbst.

Das Konzert begann schwungvoll mit „Intrada a capella“ von Henry O. Millsby und dem „Gardelegen-Lied“ von Roland Dürre, gefolgt von kleinen Anekdoten, vorgetragen von Christiane Exler (Postchor), die auch durch das Programm führte. Der geistliche Teil des Konzertes wurde eingeleitet mit dem Doppelkanon „Lasst uns miteinander – Halleluja“, welcher die Stimmengewalt und die Harmonie des Großchores erleben ließ. Weiter erklangen Lieder wie „Auf Seele, Gott zu loben“ von Johann Steurlein, „Musica, die ganz lieblich Kunst“ von Johann Jeep, „Freude schöner Götterfunken“ und „Die Himmel rühmen“ von Ludwig van Beethoven, begleitet von Herrn Werner auf dem Klavier.

Ein besonderer Höhepunkt war das Solo-Quartett der vier Chorleiter Andrea Jürges (Sopran), Natalia Gvozdkova (Alt), Jürgen Holz (Tenor) und Bernd Werner (Bass) mit dem Vortrag „Wirf dein Anliegen auf den Herrn“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, welcher von den 120 Sängern wiederholt wurde. Das folgende „Sanctus“ von Franz Schubert wurde mit beeindruckender Dynamik vorgetragen. Nach dem französischen Volkslied „Rot blühn die Rosen“ ließ das Lied vom alten Kakadu die Zuhörer schmunzeln. „Evening rise“, ein Indianer-Song führte in eine etwas andere Musikwelt. Anschließend wurde zum Mitsingen bei „Dona nobis pacem“ eingeladen und zum Abschluss erklang der Gefangenenchor aus Nabucco, begleitet vom Klavier.

Lang anhaltender Beifall und stehende Ovationen bewirkten noch eine Zugabe. Mit nochmaligem „Die Himmel rühmen“ ging ein schönes Chorkonzert zu Ende, dessen Freude nicht nur in den Herzen der Zuhörer bleiben wird. Allen Mitwirkenden ein herzliches Dankeschön, nicht zuletzt Herrn Pfarrer Lorenz, der die schöne Kirche zur Verfügung gestellt hat. Im Fazit erkennt man unschwer auch den ökumenischen Beitrag dieses Konzertes. Alle kamen zu dem Schluss, dass solch ein gemeinsames Konzert nicht eine einmalige Sache bleiben darf.

Andrea Jürges leitet den Chor des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, Natalia Gvozdkova den evangelischen Kirchenchor, Bernd Werner den Postchor und Jürgen Holz den Chor der Neuapostolischen Kirche.

j.h.